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Erlebnisbericht Silvesterworkshop alternative Lebensentwürfe
am 30.12.2010 in Eckel



Kurz vor Silvester stellten wir uns die Fragen, wie wir eigentlich leben wollen
und was ein schönes Leben für uns ist. Hinter den Fragen steckte die Idee bzw.
der Wunsch das Leben selbst in die Hand zu nehmen und nach eigenen Wünschen zu gestalten und
nicht dem "Schicksal" zu überlassen, nach dem Motto "mal sehen was kommt".
Wir haben doch bestimmt alle irgendwelche Träume, doch was für ein Leben ist in
dieser Gesellschaft möglich? Sind unsere Träume realisierbar? Was sind es für Träume?

Um diese Fragen zu erörtern und uns über bestehende alternative Lebens- und Wohnkonzepte
zu informieren
luden wir zum Tagesworkshop nach Eckel ein, da wir dort
sehr selbstbestimmt unseren Tag gestalten konnten.

Um 11:00 Uhr ging es los. Wir starteten mit einem Warm-Up, um etwas
(körperliche) Bewegung in die Runde zu bringen
. Denn als nächstes folgte ein Brainstorming zu der Frage:
Was brauche ich für ein glückliches Leben?
Jede/r sammelte die Punkte für sich auf Karteikarten, anschließend stellten wir sie uns
gegenseitig vor und das ganze wurde sortiert an die Wand gebracht, um für den weiteren
Verlauf eine Übersicht zu haben. Punkte wie Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, Natur und Freunde,...
tauchten bei uns allen auf. Auch Musik, Reisen, Abwechslung, Ökologie
und Zeit für sich waren vielen wichtig.
Eine Diskussion über diese Punkte kam automatisch zustande.
Was bedeutet Selbstbestimmung für dich? Warum ist dir das so wichtig?
Warum hast du Bewegung aufgeschrieben? Was verstehst du unter Unabhängigkeit?...
Aber wir fragten uns auch, inwiefern Widersprüche zwischen
den einzelnen Punkten bestehen, warum und wie man sie aufheben könnte.
Und so kamen wir auf das Thema der Realisierbarkeit. Vieles schien weit entfernt
von unseren Möglichkeiten zu sein.
Deshalb stellten wir nun einige bestehende Lebens- und Wohnkonzepte vor,bei denen einige
von unseren Aspekten bereits umgesetzt werden.
Darunter das Ökodorf Sieben Linden in Sachsen-Anhalt, die Schenker-Bewegung
und das Leben der Vollzeitaktivistin Hannah Poddig. Es gab auch Tipps
einer Internetplattform, wie man sich sein eigenes Wohnprojekt oder Ökodorf aufbauen kann.
Natürlich diskutierten wir anschließend über Sinnhaftigkeit, Konsequenz und Radikalität der Lebensformen.
Teilweise gab es aber auch Impulse und weitere Ideen für ein eigenes Leben.
In der Mittagspause wurde zunächst gekocht, dann gegessen und hinterher machten
einige einen Spaziergang durch die winterliche Umgebung, andere sammelten Feuerholz oder lasen.
So entstand auch eine wunderschöne Eiszapfenlaterne vor der Tür.
In gemütlicher und entspannter Atmosphäre widmeten wir uns nach der Mittagspause
der Visualisierung unserer Lebensformen, indem jede/r für sich in einem Schuhkarton
seine eigene Wunsch-Welt darstellte. Wer nicht wollte, zeichnete auf Papier o.ä.
Es entstanden liebevoll gebastelte Gebilde, die sich t.w. sehr ähnlich waren.
Die Unterschiede lagen im Detail: Die Schwerpunkte waren anders gesetzt, die Perspektive
auf die Welt war bei der einen anders als bei dem anderen.
Zum Abschluss stellten wir uns gegenseitig "unsere Welt" vor und erklärten die Bedeutung
der einzelne Objekte. So bekamen wir weitere Ideen für die eigene Welt.
Zusätzlich kam zur Sprache inwiefern die Punkte vom Beginn des Workshops
(Was brauche ich um glücklich zu leben) in dieser Welt realisiert sind.
Die schwierigste Frage war vielleicht, wann, wie und womit sich diese Welten realisieren lassen würden.
Die Ergebnisse: Mit viel Durchsetzungsvermögen, mit viel starkem Willen, mit etwas Zeit,
im Laufe des Lebens, in Gemeinschaft,...
Vor allem wurde mir persönlich in der Auseinandersetzung bewusst, wie wichtig es (mir) ist
, keine isolierte eigene Welt zu schaffen, sondern im Einflussbereich der großen, ganzen Welt zu leben,
auch um selbst etwas verändern zu können, das nicht nur für mich selbst relevant ist...
(Die Wände des Schuhkartons sind noch zu hoch!)
Das Bild der gewünschten Lebensform ist im Laufe des Workshop vielleicht
für jede/n einzelne/n etwas klarer geworden, vielleicht gibt es auch vereinzelt schon
erste Ideen zur Realisierbarkeit.
Aber hauptsächlich werden die Vorstellungen über die
eigene Lebenswelt weiterhin wach sen und an Details gewinnen bis sie, hoffentlich, eines Tages realisiert werden!!!