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Nicht-Vergessen!
Selbstorganisierte bildungspolitische Reise des antifaschistischen Freiraums nach Berlin 01.-03.04.2011



Die Idee zu dieser Reise entstand bei einem unserer AG-Treffen, als wir uns mit aktuellen
rassistischen und antisemitischen Tendenzen beschäftigten.
In diesem Zusammenhang lasen wir Zeitungsartikel und auch in dem Buch
"60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt".
Dann beschlossen wir eine Reise nach Berlin zu planen, um das Holocaust-Mahnmal und
das Jüdische Museum zu besuchen.
Ziel war es, mehr über die historische Situation zu erfahren und hinterher rechte Lügen besser widerlegen zu können.
Das Angebot sollte auch für andere offen sein.
Am 1. April ging die Reise mit insgesamt acht TeilnehmerInnen am Hamburger Hauptbahnhof los.
Wir übernachteten recht zentral im Mittes Backpackers Hostel. Das Programm startete am Samstag.
Bevor wir zum Jüdischen Museum fuhren, durften sich alle TeilnehmerInnen eine der
rechte Thesen aussuchen, die wir in dem oben genannten Buch gefunden hatten.
Die Idee war es, das Wochenende dazu zu nutzen, Gegenargumente zu rechten Lügen wie
"Hitler wusste nichts vom Holocaust", "Die Wehrmacht war nicht am Holocaust beteiligt" oder
"Es gibt keine Zeugenaussagen zu Vergasungen" zu sammeln.
Wir bekamen eine Führung im Jüdischen Museum, die uns sehr informativ und
anschaulich über Jüdisches Leben berichtete.
Im Anschluss hatten wir Zeit eingeplant, um das Museum eigenständig zu besichtigen.
Nach einer Pause boten wir im Anschluss an den Museumsbesuch eine offene Gesprächsrunde an.
Da das Wetter super schön war, beschlossen wir uns dafür in die Sonne zu setzen.
Im Gespräch wurde deutlich, dass bei diesem Museumsbesuch wenig passende Argumente
gegen die rechten Lügen gefunden werden konnten.
Wir erhofften uns für den darauf folgenden Tag mehr.
Außerdem tauschten wir uns über unsere Eindrücke aus und redeten über die Dinge,
die uns in der Ausstellung besonders interessiert, beeindruckt oder schockiert hatten.
Es entstand eine Diskussion über den Ursprung des Antisemitismus, bei der jede/r ihre/seine Kenntnisse
und Positionen einbringen konnte.
Leider fehlte die Zeit und auch der passende Rahmen, um zu diesem Thema einen vertiefenden Workshop anzubieten.
Damit war der Tag dann auch fast schon beendet.
Wir kehrten für das Abendessen ins Hostel zurück.
Das Kochteam improvisierte in der beengten Selbstversorgerkoche ein leckeres Essen.
Nach einer Pause starteten wir in das Abendprogramm, um noch ein wenig Berliner Nachtleben zu schnuppern.
Am Sonntag war das Wetter noch besser als am Vortag.
Bei fast sommerlichen Temperaturen besuchten wir das Holocaust-Mahnmal,
das alle nach ihren eigenen Interessen und im eigenen Tempo besichtigten.
Hier konnten dann auch tatsächlich Gegenargumente für die zu widerlegenden Lügen gefunden werden.
Trotz des Sommerwetters war die Stimmung hinterher etwas düster.
Die Ausstellung war doch sehr anschaulich und hatte auch einige Aspekte verdeutlicht,
die bisher unbekannt waren oder über die eher weniger nachgedacht wurde.
Um die Stimmung wieder aufzuheitern und das Thema abschließend zu bearbeiten, suchten wir uns ein Eiscafé.
Die Gedanken konnten auf den Tisch gepackt werden und mit den anderen ausgetauscht werden.
Dann war es leider auch schon Zeit die Rückreise anzutreten.
Es war ein spannendes und erkenntnisreiches Wochenende, auch wenn noch einige Fragen offen geblieben sind.
Der nächste Schritt wäre nun Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen!