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Erlebnisbericht über das Umweltaktionscamp 2010 in Eckel



In Eckel hat die jg ein kleines Seminarhaus mit Zeltplatz. Vom 2.-15. August gestalteten wir dort gemeinsam ein buntes und offenes Camp zum Thema Umwelt und Umweltpolitik. Zu diesem Thema wollten wir aktiv werden, uns informieren, diskutieren, basteln und bauen und so Ideen und Alternativen für die Zukunft entwickeln.

Schon vorher hatten wir ein Rahmenprogramm mit Angeboten für jeweils unterschiedliche Altersgruppen zu Themen wie Energie, Anti-Atom, Öko-faire Kleidung und Ernährung bekannt gegeben, das vor Ort ergänzt werde konnte.

Anhand dieses Rahmenprogramms und je nach den eigenen Interessen und zeitlichen Möglichkeiten konnten alle ihren Aufenthalt im Camp selbst planen und mehr oder weniger an- und abreisen wann sie wollten.

Mit Ausnahme von den Kindern und Jugendlichen, die wie gewohnt im Bezugsrahmen ihrer Gruppe mit verantwortlichen GruppenleiterInnen unterwegs waren, war organisatorisch jede/r für sich selbst verantwortlich. Trotzdem sollte es natürlich eine gemeinschaftliche Orientierung im Camp geben.

Wir bauten gemeinsam ein Dorf mit Schlaf- und Gepäckzelten und ein Dorf mit Küche, großem Dorfzelt und Infozelt auf. Die Feuerstelle markierte den Übergang zwischen den Dörfern. Es gab Sonnensegel und Vorzelte und somit viel Freiräume auch bei Regen.

Das themenbezogene Programm, das am 03.08. begann, war unterteilt in obengenannte Unterthemen, mit denen wir uns jeweils ein paar Tage beschäftigten. Nebenbei gab es natürlich auch Musik- und Radioprogramm, Lagerfeuer, Nachtwanderungen und einen Ausflug ins Schwimmbad.

Während des gesamten Camps hatten alle CampbewohnerInnen die Möglichkeit an dem Recycling-Projekt teilzunehmen, bei dem aus Gebrauchsmaterialien, wie Zeitung, Schachteln, Dosen etc. Neues zu basteln. Hierbei entstand im Laufe der Zeit z.B. eine große Pappmascheschuppe, aber auch kleinere Bilder und Figuren. Außerdem konnten unter Almuts Anleitung z.B. Taschen, Ketten oder kleine Kugeln gefilzt werden. Das Angebot wurde fast das ganze Camp über immer wieder wahrgenommen. Eine andere ansteckende Beschäftigung war das Armbänderknüpfen, das natürlich nicht fehlen durfte!

Das Thema Energiewar der Start in unser themenbezogenes Programm. Z.B: bauten wir mit einfachen umweltfreundlichen Mitteln einen Kühlschrank und eine Dusche. Beides funktionierte tatsächlich und war so ein anschauliches Beispiel für nachhaltige Energiegewinnung. Außerdem wurden Solarballons ausprobiert.

Dann kam auch schon das große Anti-Atom-Wochenende!
Der Einstieg in dieses Thema war eine Ralley, bei der auch Kinder und Jugendliche einige von 100 Gründen gegen Atomkraft kennenlernen konnten. Große und kleine gelbe Xe wurden gebaut und errichtet. Die Atomkraft-Nein-Danke-Fahne wurde gehisst. Eine Wäscheleine im Infozelt sorgte für Aufsehen: Hier waren Ereignisse aus der Geschichte der Anti-Atom-Bewegung aufgehängt worden. Abends wurde im Dorfzelt der Film "Die Wolke" für Interessierte ab 12 Jahren gezeigt. Noch am nächsten morgen kamen dazu Fragen auf, die schon am Frühstückstisch besprochen wurden. Jan von ContrAtom kam für eine Info- und Diskussionsrunde zu uns ins Camp, um noch mal über Hintergründe zu unserem Thema aufzuklären. Inzwischen waren bei allen immer mehr Fragen aufgekommen und Jan stellte uns sein Wissen und seine Erfahrung im Kampf gegen Atomkraft zur Verfügung. Zuletzt gab es noch ein Blockadetraining mit Katja von x-tausendmal quer (und der jg), das auch viele Interessierte fand, aber den unteren Altersgruppen natürlich verwehrt blieb. Wir bekamen wichtige Infos zum Ablauf einer Blockade, lernten das basisdemokratische Konsensprinzip kennen und bekamen auch praktische Tipps. Einige Jugendliche malten noch Transpis mit selbstausgedachten Sprüchen gegen Atomkraft, die ab diesem Zeitpunkt in den Bäumen hingen.

Die nächste Woche startete mit Lenas Pimp-My-Clothes-Workshop. Hier konnte man die eigene Kleidung mithilfe von bereitstehenden Nähmaschinen, Textil-Farben, den und Lenas Unterstützung ein wenig aufbessern. Hintergrund war das Thema öko-faire Kleidung, mit dem wir uns beschäftigten. Wo kommt unsere Kleidung eigentlich her? Warum ist das T-Shirt bei H&M eigentlich so günstig? Auf wessen Kosten leben wir eigentlich? Für die Kids gab es zu diesem Thema eine Spielekette mit verschiedenen Stationen, an denen sie bei einer Reise um die Welt lernen konnten, welchen Weg eine Jeans macht bis sie bei uns im Laden landet, wie viel Prozent des Verkaufspreises eines Turnschuhes die NäherInnen bekommen und welche Alternativen es dazu geben könnte. Zum Schluss wurden konsumkritische Ideen entwickelt, wie wir uns bewusst ökologischer und fairer kleiden könnten. Gar nicht so einfach! Aber der Pimp-My-Clothes-Workshop war dabei eine Möglichkeit der Umsetzung.

Als nächstes widmeten wir uns dem Thema Ernährung. Das Weltspiel sorgte für Aha-Erlebnisse als es um die Verteilung des Reichtums auf der Welt ging und der Film "We feed the World" war Anlass zum Nachdenken über die konventionellen Lebensmittel in unseren Supermärkten und den Kapitalismus, der so viel Ungerechtigkeit auslöst.

Am Donnerstag gab es dann noch ein besonderes Highlight als Cherif kam und den Teilnehmenden des Workshops das Trommeln auf einer Cajón beibrachte. Noch abends am Lagerfeuer wurde auf den Kisten getrommelt.

Für die letzten Tage planten wir alle gemeinsam die Abschlussfesttage. In kleinen Gruppen wurden verschiedene Spiele für alle vorbereitet, die dann das Programm für die letzten drei Tage füllten. Ganz zum Schluss gab es noch eine Ausstellung mit allen gebastelten, gebauten und gewerkten Dingen, die während der zwei Wochen entstanden waren. Es waren echte Kunstwerke zu bestaunen! Im Großzelt versammelten wir uns, um gemeinsam noch ein mal die schönsten Fotos auf der Leinwand anzusehen.

Das Fazit: Es war wirklich eine schöne Zeit im Umweltaktionscamp!